Der Erstkontakt - die Beratung
Zwischen Baugenehmigung und Baubeginn
Im September 2008 entschieden wir uns zum Bau unseres eigenen Hauses. Die Wahl welche Firma unser Haus bauen sollte viel relativ schnell auf die Firma Helma Eigenheimbau AG. Ein Fertighaus kam für uns aus verschiedenen Gründen nicht in Frage – wir wollten etwas massives haben, und bei Helma fanden wir auch das, was uns ansprach und bezahlbar war.
Der erste Kontakt kam via Email zustande – die Verkaufsberatung von Helma (ansässig im Musterhauspark Wuppertal) stellte sich auf diesem Weg kurz vor und ein erster Beratungstermin war schnell gefunden.
Die Erstberatung war in Ordnung – es ging mehr ums Allgemeine, Finanzierung, voraussichtliche Kosten, unser Budget etc. Soweit ich mich erinnere (ich schreibe dies im Rückblick, nachdem unser Bau im Rohbau fertig war) wurde auch beim ersten Termin schon eine ganz grobe Hausplanung vorgenommen, die dann bei mehreren weiteren Terminen verfeinert wurde und letztlich in der Vertragsunterzeichnung am 18.11.2008 mündete. Alles soweit so gut. Allerdings haben wir nach Vertragsunterzeichnung von der Verkaufsberatung bisher nie wieder etwas gesehen oder gehört. Bei Problemen wurde auf die Verkaufsleitung verwiesen.
Im November 2008 haben wir dann ein Bodengutachten für unser Grundstück erstellen lassen. Dies hat die igb Gey + John GbR in Münster für uns gemacht. Sehr kostengünstig, fachlich sehr gut, sehr freundliche Arbeiter. Ich habe mir aus eigenem Interesse die Arbeiten vor Ort angeschaut: sehr interessant, wie der Boden so unter einem so aussieht, und wie alt der Grund ist, auf dem man steht. Ich kann es nur empfehlen sich die 'Vor-Ort-Arbeiten' eines Bodengutachters anzuschauen. Mich interessieren solche Dinge aber sowieso - für andere sind sie wahrscheinlich total uninteressant ...
Was schief gelaufen ist:
Was gut war:
Am 18.11.2008 hatten wir nun unseren Hausbauvertrag unterschrieben. Bis Anfang Januar 2009 passierte erst einmal nicht viel. Der Vertrag kam bestätigt zurück, ein paar weitere Infos zum Ablauf wurden bekanntgegeben, um eine Finanzierungssicherstellung wurden wir gebeten, und ein paar weitere Formalien standen an.
Wenn ich mich recht erinnere wurde uns Mitte Januar 2009 dann der erste Satz der genauen Pläne unseres Hauses zugeschickt. Der Kontakt mit dem verantwortlichen Planer war von Anfang an sehr gut – man bemühte sich sehr, auch wenn die schon in der Beratung nicht bemerkte Erforderlichkeit einer Fenster-unabhängigen Lüftungsanlage in der ersten Planungsphase nicht bemerkt wurde, wie sich später herausstellte.
Es standen mehrere kleinere Planungs-Änderungen an, die alle mehr oder weniger zügig erledigt wurden. Der Planer hatte auch vorab schon Kontakt mit dem Bauamt des Kreises Unna aufgenommen um sicherzustellen, dass der Bauantrag allen erforderlichen Details entspricht und wir zügig durch die Antragstellung kommen.
Ende Januar 2009 war es dann soweit: der Bauantrag war fertig und ich konnte ihn beim Kreis Unna einreichen, was ich auch am 29.01. tat. Unsere Sachbearbeiterin war sehr freundlich, doch gleichzeitig auch bestimmend und sehr konkret was das weitere Vorgehen anging.
Rund eine Woche später kam die Bestätigung des Eingangs des Bauantrages bei uns per Post an und uns wurde noch einmal schriftlich bestätigt, was mit schon mündlich mitgeteilt wurde: auf Grund dessen, dass unser Grundstück innerhalb eines bestimmten Radius vom Dortmunder Flughafen liegt, muss der Bauantrag auch von der zuständigen Flugsicherung begutachtet werden. Dies kann bis zu 8 Wochen (!) dauern. Das wahnsinnige daran ist: die Flugsicherung war schon bei der Erstellung des Bebauungsplanes beteiligt: die wußten also ganz genau, was auf unserem Grundstück gebaut werden darf… Aber nein, man möchte jeden Bauantrag vorgelegt bekommen. Natürlich nicht für umsonst: insgesamt fallen hier etwas mehr als €100,- Gebühren an. Wie war das mit dem Bürokratie-Abbau? Hier hat er nicht stattgefunden.
Es kam dann insgesamt zu drei Nachforderungen bzw. Korrekturen zum Bauantrag. Manche waren berechtigt, der letzte war einfach lächerlich: ein Mutterbodenhaufen auf unserem Grundstück mit einer Höhe von 2-3 Meter sorgte beim Bauamt für Unklarheit in Bezug darauf, was mit diesem Haufen geschehen würde. Er sei ‚Teil des Landschaftsbildes‘ wie ich von der Gemeindeverwaltung telefonisch erfuhr. Unglaublich, aber wahr! Für diesen Haufen, der in den Plänen mit einer durchgezogenen Linie dargestellt war, mussten die Pläne geändert werden: man wünschte eine gestrichelte Linie! Dieser Änderungswunsch kostete uns insgesamt wohl 2 Wochen, inkl. Postweg etc.
Laut Bodengutachten sollte noch geklärt werden, ob es unter unserem Grundstück einmal Bergbautätigkeiten gegeben habe. Ich habe mehrfach telefonisch versucht einen Verantwortlichen bei der Bezirksregierung Arnsberg zu erreichen: alle die sich am anderen Ende meldeten waren entweder nicht zuständig, oder absolut nicht hilfreich. Über zwei Wochen gingen meine Bemühungen zu erfahren, ob unter unserem Grundstück irgendwann einmal Bergbau betrieben wurde. Zu guter letzt war ich erfolgreich. Via Email kam ich in Kontakt mit einem Beamten der BezReg Arnsberg, der selbst einmal sein eigenes Haus auf einem Grundstück gebaut hat, unter dem eventuell einmal Bergbau betrieben wurde. Und dieser Herr war sehr freundlich und sorgte dafür, dass mir geholfen wurde. Und zwar sehr schnell: innerhalb weniger Tage kam per Post die Bestätigung, dass unter unserem Grundstück zwar ein Berbaufeld liegt, in diesem aber nie abgebaut wurde.
Was schief gelaufen ist:
Bei einem extra einberufenen Termin mit der Verkaufsleitung von Helma wurde mir dann eröffnet, dass man das mit der Lüftungsanlage wohl übersehen hatte, sowohhl bei der ersten Angebotserstellung, als auch bei der Planung, ich aber, auch wenn man es damals nicht übersehen hätte, sowieso die Kosten hätte tragen müssen. Richtig, aber: dann hätten wir uns Vergleichsangebote von anderen Bauträgern kommen lassen können! Außerdem macht es einen erheblichen Unterschied, ob man noch vor Vertragsabschluß mit einem bestimmten Zusatzbetrag rechnen muss, oder nachdem man einen Vertrag unterschrieben hat und soweit auch die Finanzierung steht und durch Zusatzkosten belastet wird. Zusätzliche Kosten, die sich später auftun, und dann auch noch in beachtlicher Höhe sind, werden kaum von einem Bauherren gerne akzeptiert!
Die Sache tat der Verkaufsleitung auch Leid, aber man könne da nunmal nichts mehr dran ändern. Ich war der Meinung (und äußerte diese auch gegenüber der Helma Verkaufsleitung), dass nicht ich diese zusätzlichen Kosten tragen müsse, denn die Experten in Sachen Interpretation eines Bebauungsplanes müssten doch bei Helma sitzen und können nicht beim Bauherren erwartet werden. Das stimme auch, hörte ich von Seiten Helmas, aber trotzdem würde Helma diese Kosten nicht tragen. Es sei nun einmal leider schief gelaufen.
Der Bauantrag war gestellt, wir standen kurz vor Genehmigung. Da auf Stur schalten? Wer macht das schon? Die zusätzlichen €5.000 für die günstigere Variante der fenster-unabhängigen Lüftungsanlage rissen ein nicht unerhebliches Loch in unser Budget. Und all das nur, weil weder die Helma Verkaufsberatung, noch die Helma Planungsabteilung unseren Bebauungsplan vernünftig gelesen hatten, bzw. die darin geforderten Schallschutzmaßnahmen in die Planung und somit in die Kalkulation und das Angebot mit aufnahmen.
Was gut war:
Unser Bauantrag wurde am 01.04.2009 genehmigt. Nein, es war kein Aprilscherz, es war real. Mit 8 Wochen für die Genehmigung lagen wir noch ganz gut, aber uns kam es wie eine halbe Ewigkeit vor.
Nun ging es an die Feinplanung. Mittlerweile hatte sich unser Bauleiter schriftlich vorgestellt. Wir trafen uns zur ‚Baudurchsprache‘, bei der die ganzen kleinen Details des Baus, unsere Ausstattungswünsche etc. besprochen wurde. Das ganze dauerte ca. 3 Stunden. Unser Bauleiter war sehr kompetent, freundlich, aber natürlich auch mit einem klaren Standpunkt, was zusätzliche Kosten angeht, und was alles so im Verantwortungsbereich von Helma liegt und was Sache des Bauherren ist. Auf der anderen Seite hat sich unser Bauleiter auch bemüht einige unserer Extrawünsche möglichst günstig anzubieten, wie zum Beispiel unser WU-Beton Keller, den wir wirklich relativ günstig erhalten haben, soweit ich das beurteilen kann. Das war sehr erfreulich.
Insgesamt dauerte es dann noch fast 2 Monate, bis es endlich losging. Ende Mai wurde dann mit der Ausschachtung auf unserem Grundstück begonnen. In diesen 2 Monaten ging die Kommunikation zwischen Helma und uns auf fast Null zurück. Ich habe nie bestätigt bekommen, dass man den genehmigten Bauantrag von mir zurückgesandt erhalten hat. Das ist schlecht, denn die Baugenehmigung ist ein nicht unwichtiger Bestandteil der ‚Bauvoraussetzungen‘, neben der Finanzierungssicherstellung und ein paar anderer Details. Und die offizielle Bauzeit beginnt 6 Wochen nachdem alle Voraussetzungen für den Baubeginn vorlagen. Doch: offiziell habe ich von Helma nie erfahren, wann denn diese Voraussetzungen alle erfüllt waren. Ich konnte also nicht sagen, wann denn nun die Bauzeitgarantie beginnt. Ist das vielleicht Absicht, dass man den Bauherren hier im Unklaren lässt? Ich weiß es nicht und lasse diese Frage unbeantwortet. Ein einfaches Schreiben von Seiten Helmas in welchen zu lesen wäre, dass dann und dann alle Bauvoraussetzungen vorlagen und die Bauzeit an diesem oder jendem Tage beginnt, hätte genügt.
Erst die zugeschickte Police der von Helma abgeschlossenen Versicherung für die Bauphase erwähnte, dass die Police bis zum 18.11.09 gültig sei. Also musste bei einer Bauzeitgarantie von 6 Monaten die Bauzeit am 18. Mai begonnen haben. Schön, dass man das auch mal erfährt, wenn auch nicht von Helma direkt. Auf Nachfrage bei Helma, warum man hier nicht schriftlich informiert wird, bekam ich als Antwort, dass ich der erste sei, der danach fragt. Vielleicht bin ich auch einfach etwas zu genau, doch finde ich, dass der Bauzeitbeginn ein nicht unwichtiges Detail ist, vorallem dann nicht, wenn Helma sich selbst vertraglich verpflichtet hat, eine bestimmte Bauzeit nicht zu überschreiten.
Was schief gelaufen ist:
Was gut war: